MarderWIKI

Der Marder – ein Allesfresser

Anfang der Fünfzigerjahre war der Steinmarder (martes foina) bei uns fast ausgerottet. Wegen ihres Fells wurden die schlanken, knapp katzengroßen Raubtiere gnadenlos gejagt. Inzwischen ist der Bestand in Deutschland auf rund 250.000 Tiere angewachsen.

Die frühe Scheu vor Großstädten haben die Marder längst verloren. Parkende Autos wurden einfach in den natürlichen Lebensraum mit einbezogen. Das Wissen, daß Motorräume interessante Höhlen darstellen, wird von Generation zu Generation weitervererbt- und breitet sich so von Süden nach Norden immer mehr aus.

Steinmarder sind Allesfresser mit ausgeprägtem Erkundungsverhalten: Alles, was interessant scheint, wird ins Maul genommen um es beurteilen zu können. Die Paarungszeit beginnt Ende Juni. Deshalb erreichen die Revierkämpfe im Mai ihren Höhepunkt. Ende der Siebzigerjahre gab es in der Schweiz und in Süddeutschland die ersten Fälle, daß Steinmarder in Motorräume von Kraftfahrzeugen Gummi und Schlauchteile zerbissen. Inzwischen gibt es Marderschäden in ganz Europa.

Familien der Marder

  • Echte Marder
    Baummarder, Steinmarder, Buntmarder, Fischmarder, Fichtenmarder und Zobel
  • Stinkmarder
    Iltis, Frettchen, Steppeniltis, Schwarzfußiltis, Tigeriltis, Europäischer Nerz, Nordamerikanischer Nerz, Hermelin und Mauswiesel
  • Unterfamilie
    Dachse, Ottern und Skunks

Warum beißt der Marder?

Marder lieben dunkle, warme und trockene Plätze. Aus diesem Grund wecken insbesondere Motorräume ihr Interesse. Das Mardermännchen nimmt das neue Domizil in Besitz und hinterläßt Duftspuren. Verläßt das Fahrzeug seinen Standort und wird im Revier eines anderen Männchens geparkt, ist die Gefahr groß, dass ein anderes Männchen dadurch angelockt wird und aufs äußerste gereizt, die Duftspuren seines Rivalen zu beseitigen versucht. Dann ist vor seinen scharfen Zähnen nichts mehr sicher.

Marderbefall rechtzeitig erkennen

Achten Sie auf Anzeichen, die auf einen Marderbefall Ihres Wagens hindeuten. Pfotenabdrücke sind das häufigste Indiz für einen Besuch der lästigen Nager. Nicht selten werden ihre Spuren mit denen von Katzen verwechselt. In der Größe ähneln sich beide zwar, der Marder besitzt an den Vorderpfoten jedoch fünf Zehen, eine Katze nur vier. Mit diesem Wissen lassen sich die Spuren schnell zuordnen.

Achten Sie auch auf austretendes Kühlwasser, Tierhaare, Abfälle, Kadavar, starken Uringeruch oder Kotspuren.

Kontrollieren Sie zudem regelmäßig Kabel, Schläuche und Dämmmaterial auf Schäden. Der Marder hinterlässt meist dreieckige Bissspuren.

Sollten Sie einen Marderschaden erkannt haben, Melden Sie dies schnellstmöglich Ihrer Versicherung und lassen Sie das Fahrzeug durch einen Profi checken.

Marder verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe durch Beißen in Gummi und weiche Kunststoffteile von Fahrzeugen.

Marderschäden

Die häufigsten Bauteile die von Mardern verbissen werden:

  • Zündkabel
  • Kühlwasserschläuche
  • Kunststoffschläuche
  • Faltenbeläge an Antriebswellen und Lenkung
  • Niederspannungskabel bzw. deren Isolierung
  • Isoliermatten für die Geräusch und Wärme-Dämmung.

Experten schätzen die jährlichen Reparaturkosten der von Mardern verursachten Schäden auf 50-70 Millionen Euro.

Folgeschäden

Nach einer Marderattacke hilft meist nur der Abschleppdienst! Eine Weiterfahrt sollten Sie vermeiden. Ansonsten drohen schwerwiegende Folgeschäden:

  • Angebissene Zündkabel können zu Zündstörungen führen (unrunder Motorlauf). Unverbrannter Kraftstoff kann den Katalysator schädigen.
  • Defekte Gummi-manschetten sind im Fahrbetrieb nicht sofort spürbar; erst das Auswaschen der Fettfüllung bzw. das Eindringen von Schmutz und Wasser führen zu starker Beschädigung der Bauteile. Dies kann im Bereich der Lenkung zu einer Gefährdung führen. Im Reparaturfall ist mit hohen Folgekosten zu rechnen!
  • Wasserverlust durch zerfressene Kühlwasserschläuche kann zu Motorüberhitzung führen! Die Folge ist oftmals ein kapitaler Motorschaden.